Das Porträt – Wie die alten Meister gemalt haben: Die erste Schicht, Untermalung (16. Jahrhundert)

Eier, das Eigelb, ergeben als Bindemittel einen besonders harten und dauerhaften Untergrund. Die Methode: Aus dem Gegensatz heraus malen. Zum Beispiel: Rötliche Teile eines Bildes, Inkarnat (Hautfarbe), Kleidung, Vorhänge werden mit Veroneser Grün untermalt. Das ist eine bewährte Methode, die roten Farbtöne sanft aus ihrer Gegenfarbe erblühen zu lassen.

Grünuntermalung nennt man Verdaccio. Dabei gibt man Eigelb in das Veroneser Grün und rührt die dickflüssige Masse um, bis sie einen bräunlichen Ton annimmt. Später würde sich diese Farbe unter dem Einfluss von Sonnenlicht in ein mattes Grün verwandeln.

Untermalt werden die wichtigsten Partien des Motives. Am Gesicht und den Händen etwas dünner, so dass sich die spätere Bildwirkung schon bei diesem Vorgang erahnen lässt. Nach dem Verdaccio das Bild drei Tage ruhen lassen, bis es komplett getrocknet ist. Im Dotter selber ist immer noch fett, das nur langsam hart wird. Durch das Weglassen des wässrigen Eiweisses wird die Verdunstung aber beschleunigt.

Auf Leinwand kann man gern auf das Verdaccio verzichten und sich gleich an das Inkarnat wagen. Die Leinwand erwies sich als idealer Untergrund. Sie gibt nach und simuliert so die wirkliche Haut.

Bisher behandelt: Farbpigmente aus der frühen Zeit –
MumieCaput MortuumBraun, Rot und ErdtöneGrüntöneBlautöne,  Weiß, Gelb und Schwarztöne
Das Material & Vorbereitende Arbeiten –
BindemittelPinselPalettenMalgrund/TafelGrundierungDer Weg zum Meisterwerk und ein guter RatschlagDie Skizze und Übertrag der Skizze & Platzierung der Staffelei

 

Bild: Michelangelo Buonarroti, Madonna Manchester, um 1497, Tempera auf Holz

MICHELANGELO_-_Manchester_Madonna

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