Die Überarbeitung – Wie die alten Meister gemalt haben: Erkenntnis nach einer Pause am Werk (16. Jahrhundert)

Ein Bild, das irgendwann keines mehr ist, sondern nur noch eine bloße Idee! Es ist zugleich ewig und nicht existent. Wäre das nicht der Gipfel der Kunst? Das Abbild nicht in Farben und Formen erstarren zu lassen, sondern in die Realität zu überführen?

Das wahre Bild ist die Wirklichkeit selbst. Das ist ja die große Herausforderung für jeden Maler: Wie lassen sich Bewegung und Zeit in die Darstellung einführen? Wir Maler leiden nämlich unter der Bewegungslosigkeit unserer Bilder. Einen Menschen malen heißt, ihn der Totenstarre ausliefern. Deshalb versuchen wir mit bestimmten Techniken wie dem Sfumato, dem Verfließen der Linien, der Erstarrung entgegenzuwirken.

Aber nur den Größten von uns ist es vergönnt, einem Werk wirklich Leben einzuhauchen. Die meisten Bilder rauben hingegen ihrem Gegenstand das Leben. Wir verewigen etwas, indem wir ihm den Todesstoß versetzen. Alles wirkt steif, das Leben nicht einzufangen gewusst, zu harmonisch in den Proportionen angelegt, der Blick des Porträtierten unstet, der Ausdruck verfehlt.

 

Bild: Das durch Spektralanalyse entdeckte ursprüngliche Bild unter der Mona Lisa von Leonardo da Vinci, 1503–1506, wahrscheinlich bis 1517 in Arbeit, Öl auf Pappelholz

 

Bisher behandelt: Farbpigmente aus der frühen Zeit –
MumieCaput MortuumBraun, Rot und ErdtöneGrüntöneBlautöne,  Weiß, Gelb und Schwarztöne
Das Material & Vorbereitende Arbeiten –
BindemittelPinselPalettenMalgrund/TafelGrundierungDer Weg zum Meisterwerk und ein guter RatschlagDie SkizzeÜbertrag der Skizze & Platzierung der Staffelei
Das Portrait –
Die erste Schicht, Untermalung, Erwachen aus der Vorläufigkeit, Der Weg zur Primamalerei
Erkenntnisse & Hilfsmittel –
Lehre über Harmonie und Schönheit, Beispiel für den herkömmlichen Gebrauch von Insignien & SymbolenDer Perspektivenapparat und Wenn man situationsbedingt nur schwer mit Ölfarben zurechtkommt – Knochenasche für Skizzen auf Reisen

 

Titelbild:

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